Grundlagen der deutschen Wettsteuer
Seit dem 1. Juli 2012 unterliegen Sportwetten in Deutschland einer bundesweiten Besteuerung nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG). Im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 wurde der reguläre Steuersatz von ursprünglich 5,0 % auf 5,3 % des Wetteinsatzes angehoben. Diese Abgabe betrifft jede Wette, die von Kunden mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland abgeschlossen wird – unabhängig davon, ob der Tipp online platziert wird oder in einer stationären Annahmestelle.
Steuerschuldner gegenüber den Finanzbehörden ist grundsätzlich der veranstaltende Buchmacher, nicht der einzelne Tipper. In der Praxis handhaben lizenzierte Betreiber diese Pflicht unterschiedlich: Einige Unternehmen ziehen die 5,3 % direkt vom Einsatz ab, andere berechnen den Abzug ausschließlich bei erfolgreichen Scheinen vom Bruttogewinn, während manche Anbieter die Steuer als Marketingvorteil vollständig selbst tragen. Diese Verrechnungsmodelle beeinflussen die effektive Quote bei Standardmärkten ebenso wie bei komplexeren Over/Under-Wetten spürbar.



